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Chapter 2 ist die musikalische Wiedervereinigung von Komponist und Sänger Udo Schmid sowie Texter Jürgen Lepszy. Nach gemeinsamem Songwriting in den 1990er Jahren fanden sie fast 30 Jahre später wieder zusammen und schreiben nun das zweite Kapitel ihrer gemeinsamen Musikgeschichte.
Chapter 2 - Borders
℗ 2026 Tunes of Avalon
Producer: Udo Schmid
Producer: Tunes of Avalon
Composer :Udo Schmid
Lyricist :Jürgen Lepszy
Video-Creator:Jürgen Lepszy
„Borders“ ist ein Lied, das nicht nur unter die Haut geht, sondern auch mitten ins Herz trifft – besonders in einer Zeit, in der der Krieg in der Ukraine das Bewusstsein Europas geprägt hat wie kaum ein anderes Ereignis der letzten Jahre. Chapter 2 gelingt es mit beeindruckender Sensibilität, ein hochpolitisches Thema in eine zutiefst persönliche Geschichte zu verweben: Die der Liebe zwischen zwei Menschen, die durch einen Krieg vor eine unmögliche Entscheidung gestellt werden.
Der Text beginnt mit einer Frage, die so einfach klingt – und doch eine enorme emotionale Wucht entfaltet: „Tell me what will become of us when the borders are open again?“ Es ist die Frage danach, was von einer Beziehung bleibt, wenn die äußeren Umstände sich verändern. Wenn plötzlich Entscheidungen getroffen werden müssen, die keinen Kompromiss zulassen: Heimat oder Liebe?
Gerade im Kontext des Russland-Ukraine-Kriegs gewinnt dieser Song eine noch stärkere Tiefe. Denn unzählige Beziehungen, Freundschaften, ja ganze Familien wurden durch den Krieg auseinandergerissen – und viele stehen genau vor dieser Frage: Kehre ich zurück in mein Land, das in Trümmern liegt, aber Teil meiner Identität ist? Oder bleibe ich bei dem Menschen, den ich liebe, fern der Heimat?
Die Zeile „the love for homeland or for me – which love is stronger?“ berührt genau diesen schmerzhaften Punkt: Es geht nicht nur um politische Grenzen, sondern um innere, emotionale. Um Loyalität, Verlustangst, Identität – und um die Angst vor der Wahrheit. Denn, so der Song, wir sind oft mehr erschrocken über die Antwort auf eine Frage als über die Frage selbst.
Musikalisch untermalt Borders diese emotionale Tiefe mit einer zurückhaltenden, fast zerbrechlichen Atmosphäre, die dem Text viel Raum lässt. Die Musik wirkt wie ein stiller Begleiter des inneren Konflikts – sie trägt nicht, sie zwingt nicht, sie beobachtet mitfühlend.
Besonders eindrücklich ist auch das Bild der „deceiving card“, die „just played or later“ ins Spiel kommt. Liebe ist ein Spiel ohne klare Regeln, in dem Wahrheiten oft erst zu spät ausgesprochen werden – oder nie.
„Borders“ ist kein politisches Statement im klassischen Sinne – es ist ein stiller, intimer Protest gegen die Grausamkeit des Krieges, gegen das, was er mit den Herzen der Menschen macht. Der Song zeigt, dass hinter jeder Flucht, jeder Trennung, jeder Entscheidung zwischen Heimat und Zukunft eine zutiefst menschliche Geschichte steckt.
In einer Zeit, in der Zahlen und Schlagzeilen oft die Empathie verdrängen, schafft es Chapter 2, mit wenigen, präzisen Worten genau das zu vermitteln, was so vielen fehlt: Verständnis. Und vielleicht auch Trost.